Oktober 2019 

Das lokale Monitoring- und Frühwarnsystem ist installiert und wir können nun Daten zu möglichen Felsbewegungen sammeln. Auf böhmischer Seite wurde das bestehende System im Bereich des Prebischtor erweitert.

In der Abbildung sehen Sie Messwerte für gut einen Monat und im unteren Diagramm ein Detail von den beiden "Ausschlägen" nach dem 6.Oktober. Die linke y-Achse zeigt die Auslenkung und die rechte y-Achse die Temperatur.

 

messreihe aartelink

 

 

Wir bereiten momentan die Veröffentlichung der Smartphone App vor. Dies soll noch im Oktober geschehen und je nach Resonanz werden wir Anpassungen vornehmen.

 

Demnächst sollen mit den Berechnungen zur Standsicherheit der Schaarwände sogenannte Schwellwerte festgelegt werden, d.h. ab welchen Bewegungen die mit Sonden versehenen Felsblöcke herunterfallen könnten (Risikomodelle).

Die diesjährigen Ereignisse im Kirnitzschtal im Bereich Ostrauer Mühle veranlassten uns, zwei studentische Arbeiten zu initiieren, die sich mit den Ursachen der Murgänge (Schlammlawinen) beschäftigen. Diese Arbeiten werden in Absprache mit dem Betreiber der Kirnitzschtalbahn über den kommenden Winter erfolgen. 

Bis dato fehlt eine Quantifizierung der einzelnen Ursachen und Ableitung von Gegenmaßnahmen. In einem ersten Schritt werden wir die Ereignisse rekonstruieren, um die Zusammenhänge besser zu verstehen:

- bodenkundliche Untersuchung der Fläche oberhalb und nördlich des Kirnitzschtals; 

- landwirtschaftliche Bewirtschaftung dieser Fläche;

- Niederschläge und Murgänge, d.h. ab welchen Regenmengen wurden die Murgänge ausgelöst.

 

 Am Rauenstein werden derzeit ingenieurgeologische Kartierungen durchgeführt. Das terrestrische Laserscanning der Karlsuniversität wird das bestehende digitale Geländemodell noch genauer machen. Anschließend werden ingenieurgeologische Risikomodelle generiert. 

Die bisherigen materialkundlichen Untersuchungen beider Universitäten werden fortgeführt. Ein Ziel ist dabei, die (Druck-) Festigkeiten bestimmter Felsbereiche festzustellen. Diese Werte benötigt man für die Berechnungen der Risikomodelle. Zusätzliche Untersuchungen werden von der Karlsuniversität zusammen mit der Akademie der Wissenschaften in Prag durchgeführt. 

Die ursprünglich für das Frühjahr-Sommer geplanten Arbeiten am Großstein im Kirnitzschtal werden im Herbst durchgeführt, da dann die Felsen besser kartierbar sind.

 

Mai 2019

Nach der naturschutzrechtliche Genehmigung für die Installation des Monitoring- und Frühwarnsystem, erfolgt jetzt die Installation an folgenden Lokalitäten:

- Grenzbereich Schmilka;

- Schaarwände im Kirnitzschtal;

- Rauenstein sowie Gansbrüche bei Pötzscha;

- Hřensko (Böhmen).

Die Konfiguration und die Anpassung dieses Systems an die örtlichen Gegebenheiten wird durch die Firma EA Systems Dresden vorgenommen. Die Benutzeroberfläche für dieses System wurde ins Tschechische übersetzt und befindet sich im Probelauf.

Die zweisprachige Datenbank für das Georisiken-Expertensystem wird derzeit softwaremäßig vom Geoinformatikbüro Dassau umgesetzt und dann mit dem (Web-) GIS veröffentlicht. Fachleute bekommen unterschiedliche Nutzerrechte und die „allgemeine Öffentlichkeit“ kann sich über mögliche Ereignisse informieren. Zu diesem Expertensystem wird eine Applikation für Smartphones entwickelt, um über Felssturzereignisse zu berichten (nicht zu warnen!).

Die ingenieurgeologische Bewertung der Schaarwände im Kirnitzschtal ist abgeschlossen. Ergänzt wird diese durch Berechnungen zur Standsicherheit der Felsen sowie zur Schutzwirkungen der Bäume im Falle von Steinschlägen. Die gleichen Arbeiten sind für die Gansbrüche vorgesehen und sind gerade begonnen worden. Im Frühjahr-Sommer sollen dann diese Arbeiten am Großstein im Kirnitzschtal durchgeführt werden.

Die Postelwitzer Wände wurden zu DDR Zeiten umfangreich geologisch untersucht, so dass wir für einzelne Abschnitte ein detailiertes Vertikalprofil zum Schichtenaufbau sowie zu Kluftabständen haben. Derzeit führen wir Berechnungen zum Einfluss von Baumwurzeln auf mögliche Felsblocklösungen bei Sturmereignissen durch. Dies ist eine grundsätzliche Arbeit und soll, vereinfacht gesagt, die Hebelwirkung von Baumwurzeln in Klüften bei Sturmereignissen feststellen.